17
Februar

Wien – “Mit einem Kilo gefälschtem Viagra wird mehr Umsatz gemacht, als mit einem Kilo Heroin“, erklärt Alexander Hönel von der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit gegenüber Pressetext. Der Handel mit gefälschten Arzneimitteln boome rund um den Globus und erwirkt laut Schätzungen der WHO einen Verlust von jährlich 35 Mrd. Dollar. Nur Österreich sei das einzige mitteleuropäische Land, in dem es im regulären Handel keine gefälschten Präparate gäbe, versichert Andreas Windischbauer, Präsident der ARGE Pharmazeutika.

“Der Markt in Österreich ist so klein, dass sich hier alle Medikamentenproduzenten und Großlieferanten seit Jahrzehnten persönlich kennen”, erklärte Jan Oliver Huber, Generalsekretär des Verbandes der pharmazeutischen Industrie Österreichs auf einer Pressekonferenz heute, Mittwoch, in Wien. Somit sei in den vergangenen Jahren nicht ein gefälschtes Präparat in den Apothekenhäusern verkauft worden. “Das größte Problem ist das Internet”, sagt Leopold Schmudermaier, Vizepräsident der Österreichischen Apothekerkammer, auf pressetext-Nachfrage. Nur dort können wirklich alle ohne Rezept ein Medikament kaufen, welches verschreibungspflichtig ist. Eine Studie des Zentrums für Sucht und Substanzmissbrauch belegte erst kürzlich, dass zum Beispiel in Amerika ungefähr 85 Prozent aller Online-Apotheken Arzneimittel ohne Rezept versenden. “Und das merkt man auch beim versuchten Import von illegalen Medikamenten nach Österreich”, meint Herbert Leschgitz vom Zollamt Klagenfurth-Villach. Habe der Zoll vor drei Jahren nur gut 50 Medikamente beschlagnahmt, waren es im vergangenen Jahr bereist 42.386 und für das laufende wird mit über 80.000 gerechnet. “Vor allem Händler aus China, Indien und ehemaligen Ostblockländern überschwemmen den Markt und hoffen auf den großen Gewinn”, so Leschgitz.

Gewinn, der vor allem mit Potenzmitteln, Antibiotika, Krebsmedikamenten und Anti-Cholesterin-Tabletten erwirtschaftet werden soll. “Auf dem Schwarzmarkt lässt sich ein Kilogramm des Potenzmittels Viagra für gut 90.000 Euro absetzen – die vergleichbare Menge Kokain bekommt man hingegen für 65.000 Euro”, erklärt Hönel. Man beobachte mit Sorge, dass sich die organisierte Kriminalität immer mehr auf das Geschäft mit Medikamenten spezialisiert, sagt Zöllner Leschgitz. “Wir leben sicher nicht auf einer Insel der Seeligen und müssen von daher immer wach- und aufmerksam sein, damit der Zustrom von gefälschten Medikamenten nach Österreich nicht weiter zunimmt”, sagt Windischbauer. Denn ansonsten müsse man auch in Österreich damit rechnen, vermehrt Tote aufgrund von illegalen Medikamenten zu haben. Alleine in China seien 2006 über 200.000 Menschen an den Folgen von gefälschten Medikamenten gestorben.

Dabei sind zwei Aspekte an nachgemachten Medikamenten gefährlich. Zum einen können sie falsche Wirkstoffe beziehungsweise zu hohe Konzentrationen dieser enthalten oder gar keine heilenden Extrakte. “Man stelle sich nur mal ein Krebsmittel vor, das man als Therapie nimmt, das aber nur ein Placebo ist”, meint Hönel. Von daher setzen die Pharmaexperten auf eine bessere Aufklärung der Patienten über die Risiken von illegalen Medikamenten. “Die Leute spielen russisch Roulette. Das ist, als ob man sich statt Carbon- Pappbremsen in sein Auto einbauen lassen würde”, fügt Schmudermaier hinzu. Um dem illegalen Handel mit Medikamenten einen Riegel vorzuschieben, ist in Österreich – im Gegensatz zu Deutschland zum Beispiel – jeglicher Versandhandel von Medikamenten verboten. “Und wenn jemand Medikamente aus dem Ausland nach Österreich schickt, dann müssen diese hier zugelassen sein”, so Schmudermaier weiter. Um den Verbraucher besser vor gefälschten Medikamenten zu schützen, wolle man in Zukunft zudem noch stärker auf sichtbare und unsichtbare Sicherheitsmerkmale auf den Verpackungen setzen. “Der Verbraucher sollte darauf achten, dass sich auf jeder Verpackung Angaben wie Wirkungsstoffstärke, Chargennummer und Zulassungsinhaber finden”, rät Huber. “Dann kann er sicher sein, dass er ein zugelassenes Produkt in den Händen hält.”

- Viagra auf dem Schwarzmarkt teurer als Heroin -

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Kategorie : Potenzmittel News

Kommentare

Potenzfreund 11. März 2009

pfuu, viagra teurer als heroin? das ist schon heftig.
schuld sind wohl die apotheken mit ihren irren preisen. somit geht es zum schwarzmarkt, da ist es auch noch teuer, aber billiger wie in den apotheken, und vor allem ohne lästiges rezept. da ist wohl wieder mal die politik gefragt!

Österreicher 14. März 2009

Das gefällt mir, Österreich sticht wieder mal heraus und macht eine sehr gute Figur! Wie so oft.

Es ist manchmal doch sehr gut in einem kleinen Land zu leben. Viagra und Schwarzmarkt gehört für mich zusammen, wie Waffen oder Heroin und Schwarzmarkt. Ist eben so!

Das Viagra nun so teuer oder noch teurer wie Heroin gehandelt wird, ist allerdings schon bedenklich. Oder lustig :)

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